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Highlight 164
Ausgabe vom 07. Februar 2003
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wieviele Monde besitzt der Saturn?

Kollage Saturnmonde

In dieser Aufnahme sind 17 Monde des Ringplaneten Saturn in gleichem Maßstab dargestellt. Deutlich erkennt man die Sonderstellung des großen Mondes Titan, der als einziger Mond im Sonnensystem eine Atmosphäre besitzt. Zur besseren Erkennbarkeit kann man das Bild hier in größerer Form herunterladen: (JPG, 1070x670 Pixel, 145 kB)

Saturn besitzt die beeindruckende Anzahl von 30 bekannten Monden. Für kurze Zeit führte Saturn damit sogar die Rangliste an, bis er im letzten Jahr wieder von Jupiter verdrängt wurde, der nach letztem Stand jetzt 41 Monde aufweist.

Im Mondsystem des Saturn kannte man bislang nur einen äußeren, irregulären Mond. Phoebe, mit 220 km Durchmesser größer als alle irregulären Uranus- und Jupitermonde, wurde 1899 von W.H. Pickering entdeckt und umkreist Saturn retrograd. Am 7. August 2000 gelang dann Gladman die Entdeckung von 3 Saturnmonden (S/2000 S 1, S 2, S 5), am 23. September fand er 8 weitere (S/2000 S 3, S 4, S 6 bis S 10, S 12), und am 9. November schließlich entdeckte Holman noch einen (S/2000 S 11). Damit hatte sich Saturn kurzfristig an die Spitzenposition im Sonnensystem vorgeschoben.

Sieben der äußeren Saturnmonde bewegen sich auf prograden Bahnen, sechs auf retrograden. Diese sind zum Teil hochexzentrisch, so hat z.B. die Exzentrizität von S/2000 S 7 den Wert 0,53; sie wird von S/2000 S 10 mit 0,61 und S 4 mit 0,63 sogar noch übertroffen. Entsprechend weit können sich einige der Monde von Saturn entfernen. So liegt der saturnfernste Bahnpunkt von S/2000 S 7 bei 30,3 Mio. km. Mit 31,2 Mio. km Apoapsis-Distanz kommt nur noch S/2000 S 1 weiter von Saturn weg. Bei einer großen Bahnhalbachse von 22,8 Mio. km und einer Umlaufzeit von 1290 Tagen oder 3,5 Jahren ist er auch der "Fernste" und "Langsamste" aller Saturnmonde.

Die Durchmesser der neuen Saturnmonde können wie bei allen anderen neuen Monden bislang nur geschätzt werden. Sollten ihre Oberflächen genauso dunkel wie die Phoebe-Oberfläche sein, wäre S/2000 S 3 mit etwa 48 km noch am größten, gefolgt von S/2000 S 11 (32 km), S/2000 S 2 (30 km) und S/2000 S 1 (22 km). Die anderen sind kleiner als 20 km. Sollten die Monde jedoch relativ hell sein, so wären auch ihre Durchmesser (deutlich) kleiner. Noch nicht bekannt ist zur Zeit, ob die Raumsonde Cassini (zufällig) nahe genug an einen der neuen Monde herankommen wird, um ihn als Scheibchen sehen zu können. Phoebe jedoch soll im Detail beobachtet werden. Ein gezielter Vorbeiflug am 11. Juni 2004 gab sogar den Ausschlag für die Wahl des Ankunftsdatums von Cassini am Saturn am 1. Juli 2004. Bis auf 2000 km soll sich Cassini dabei an Phoebe annähern.

Die Mission Cassini/Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA, ESA und der italienischen Raumfahrtagentur. Wissenschaftler am Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR sind daran beteiligt. Information zur Mission in deutscher Sprache finden sich unter www.dlr.de/cassini und in englisch unter saturn.jpl.nasa.gov . Die Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (California Institute of Technology) im Auftrag der NASA durchgeführt.


Autor: Tilman Denk WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/2003/164/index.shtml

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