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Highlight 13
Ausgabe vom 22. September 1999
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Cassini zeigt den Mond in 3D

Cassini Mond

Unser Erdmond, aufgenommen von der Cassini-Raumsonde am 18. August 1999 - eine Woche nach der totalen Sonnenfinsternis in Mitteleuropa. Die Aufnahmen erfolgten kurz vor der nächsten Annäherung an die Erde, so daß der Mond fast aus derselben Perspektive zu sehen ist wie in erdgebundenen Teleskopen. Durch den leichten Versatz der drei Aufnahmen aufgrund der Bewegung des Raumschiffes erhält man sogar einen plastischen (kugelförmigen) Eindruck des Mondes, wenn man benachbarte Halbmonde durch "schielen" zur Deckung bringen kann.

Die Aufnahmen wurden von der Telekamera von Cassini gemacht, während sie in rund 372000 km Abstand am Erdmond vorbeizog. Von links nach rechts ist der Mond im grünen, blauen und ultravioletten Licht gezeigt. Die räumliche Auflösung des Grünbildes beträgt 4,6 km/pxl, die der anderen beiden Aufnahmen 2,3 km/pxl. Das dunkle, kreisrunde Maregebiet in der oberen Bildhälfte ist das Mare Crisium. Südwestlich davon befindet sich das Mare Tranquillitatis, in dem vor 30 Jahren die Crew von Apollo 11 zum ersten Mal auf dem Mond gelandet ist. Der Mond paßte zum Zeitpunkt der Aufnahmen nicht ganz in das Bildfeld der Kamera und wurde daher an den Polen abgeschnitten.

Cassini ist seit dem 15. Oktober 1997 auf ihrem Weg zum Saturn. Da die Trägerrakete für einen direkten Flug zum Saturn nicht stark genug war, mußte ein Umweg über die inneren Planeten gewählt werden. Daher kehrte Cassini am 18. August nochmals zur Erde zurück, um Schwung für die Weiterreise zum Jupiter zu sammeln, der das Raumschiff dann endgültig bis zum Saturn weiterleitet. Die Ankunft bei Jupiter erfolgt Ende 2000; Saturn wird Anfang 2004 erreicht. Der Vorbeiflug erfolgte in den frühen Morgenstunden (MESZ), wobei sich das Raumschiff der Erde bis auf 1171 km näherte . Der Punkt der nächsten Annäherung lag im Südpazifik zwischen Tahiti und den Osterinseln.

Im inneren Sonnensystem muß die Antenne Cassinis ständig auf die Sonne ausgerichtet sein, um die Instrumente vor den heißen Strahlen zu schützen. Während des Erde-Mond-Vorbeiflugs ergab sich deshalb nur eine etwa einstündige Gelegenheit, den Mond zu beobachten, bevor er wieder aus dem Bildfeld der Kameras entschwand. Die Aufnahmen werden vor allem zu Kalibrationszwecken dienen.

Das Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR ist wissenschaftlich durch Team-Mitgliedschaften an der Cassini-Kamera ISS und am Spektrometer VIMS beteiligt. An der technischen Entwicklung des Staubdetektors CDA hat das DLR in Berlin-Adlershof ebenfalls maßgeblich mitgewirkt, ausserdem besteht eine Beteiligung am Ultraviolett-Spektrometer UVIS.

Der Text zu diesem Highlight der Woche stammt von Tilmann Denk aus dem Fachbereich Planetenerkundung, Abteilung Planetengeologie. Das Bild stammt vom Cassini Imaging Team.


Autor: Tilmann Denk WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/013/index.shtml

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