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Highlight 39
Ausgabe vom 14. April 2000
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Teleskop-Design für SOFIA endgültig festgelegt

SOFIA-Teleskop

Das "Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie" (SOFIA) ist seinem Erstflug im Jahr 2002 einen großen Schritt näher gekommen. Auf einem mehrtägigen Treffen von Ingenieuren und Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland wurde in der vergangenen Woche in Gustavsburg bei Mainz bis ins Detail festgelegt, wie das Infrarot-Teleskop technisch realisiert werden wird.

Nach mehr als drei Jahren Arbeit wurden die technischen Herausforderungen gelöst, um das Teleskop in der rauhen Flugzeugumgebung als hochpräzises astronomisches Meßinstrument benutzen zu können. Neben den Triebwerksvibrationen des Flugzeugs sind es vor allen Dingen die turbulenten Luftströmungen in 12 km Flughöhe, die an dem Teleskop in der nach außen offenen Kabine rütteln sowie der Temperaturunterschied zwischen Boden und der Stratosphäre. Um hochgenaue Messungen durchführen zu können, ist das Teleskop auf Luftpolstern gelagert und kann mit Motoren in seiner Position sehr schnell und präzise vollautomatisch nachgeregelt werden.

Bauteile mit langer Herstellungszeit, wie z. B. der 2,7 m große Hauptspiegel aus Glaskeramik, Zerodur, der Firma Schott, sind bereits weitgehend fertiggestellt. Der Rahmen für den Spiegel wird aus Kohlefaserverbundwerkstoff gefertigt, der sich schon bei Teleskopen am Boden bewährt hat. Bis zum Jahre 2002 werden alle Einzelteile gefertigt, dann wird das Teleskop montiert und in das Flugzeug eingebaut. Die ersten wissenschaftlichen Flüge sind zum Ende des Jahres 2002 geplant.

SOFIA wird das größte Flugzeugobservatorium sein, das jemals gebaut worden ist. SOFIA ist ein gemeinsames Projekt zwischen Deutschland und den USA. Das SOFIA-Teleskop wird dabei im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch die Firmen MAN Technologie AG und Kayser-Threde GmbH entwickelt und gebaut.

Nähere Details zur Funktion und Bauteilen des Infrarot-Teleskops unter http://dlr.de/SOFIA/.

Dieses Highlight der Woche stammt von Dr. Ruth Titz aus der Abteilung IR/FIR-Astronomie im Fachbereich Erdfernerkundung des DLR in Berlin-Adlershof. Ein Schwerpunkt der Abteilung liegt in der Entwicklung von FIR- bzw. THz-Technologie (Detektoren, Empfänger, Strahlungsquellen).

Siehe auch Highlight Nr. 8, (Ende einer Abmagerungskur - Meilenstein in der Herstellung des SOFIA-Teleskopspiegels) und Highlight Nr. 34, (Das ist doch zum in die Luft gehen...)


Autor: Dr. Ruth Titz WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/039/index.shtml

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