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Highlight 60
Ausgabe vom 08. September 2000
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mondbilder ohne Streifen

Plato ohne Streifen

Ein Beispiel für die Bildverarbeitung von Lunar Orbiter Daten mit modernen digitalen Techniken zeigt dieses Bild des Kraters Plato am Nordrand des Mare Imbrium. Lunar Orbiter Datensätze eignen sich hervorragend für die geomorphologische Untersuchung des Mondes, da durch ihre Beleuchtungsgeometrie (streifender Lichteinfall zwischen 50 und 125 Grad) morphologische Strukturen wie Krater, Runzelrücken, Gräben und Lavaströme betont bzw. hervorgehoben werden. Andererseits wird die Auswertung der Lunar Orbiter Daten durch quer über das Bild verlaufende, parallele Streifen erschwert, die durch die Aufnahmetechnik der späten '60er Jahre verursacht werden.

Um diesen Mangel zu beseitigen, werden für die morphologische Auswertung hochauflösende Bilder der Lunar Orbiter Mission digitalisiert und einer Fast-Fourier-Transformation unterzogen. Durch Manipulation des Leistungsspektrums, d.h. durch Eliminierung bestimmter Frequenzen und anschließender Rücktransformation in den Bildraum ist es möglich, die Streifen der Lunar Orbiter Daten zu entfernen, wobei jedoch die räumliche Auflösung etwas schlechter wird.

So verarbeiteten Daten lassen sich anschließend andere, z.B. multispektrale Datensätze überlagern, um zu prüfen, ob z.B. eine multispektral klassifizierte Basalteinheit mit einem Lavafluß korreliert. (Siehe auch Highlight Nr. 55, Geochemie des Mondes) Für Altersbestimmungen der Oberfläche wird jedoch immer auf die "Rohdaten" zurückgegriffen, da hier die höchstmögliche Auflösung gefordert ist.

Die fünf Lunar Orbiter-Missionen erreichten in manchen Gebieten räumliche Auflösungen von 10-20 m und kartierten den Mond flächendeckend mit ca. 200-300 m Auflösung. In den Apollo-Daten, die aufgrund der Orbitkonstellation auf äquatornahe Gebiete beschränkt sind, schwankt die räumliche Auflösung zwischen 1 m und 30 m.

Diese Erläuterungen stammen aus der Dissertation von Harald Hiesinger über ("Geochemische und stratigraphische Untersuchungen lunarer Basalte mit Methoden der Fernerkundung"). Die Arbeit wurde im Fachbereich Planetenerkundung des DLR-Instituts für Weltraumsensorik und Planetenerkundung geschrieben.

Links:
Plato mit und ohne Linien zum Vergleich (1201x799 Pixel, JPG, 375 kB)
Plato ohne Linien (790x1024 Pixel, GIF, 881 kB)

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Autor: Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/060/index.shtml

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