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Highlight 92
Ausgabe vom 20. April 2001
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Aram Chaos auf dem Mars

Aram Chaos 3D

Seit drei Jahren umkreist die amerikanische Raumsonde Mars Global Surveyor den Mars und hat seitdem fast 70.000, zum Teil extrem hochauflösende, Bilder zur Erde gefunkt. Zusätzlich zu den Bilddaten vermißt die Sonde mit Hilfe des Mars Orbiter Laser Altimeters (MOLA) die Oberfläche des Planeten mit nie dagewesener Genauigkeit. Damit ist der Mars, nach der Erde, der am besten vermessene Planet des Sonnensystems.

Die Abbildung zeigt ein MOLA-Höhenmodell kombiniert mit Bildaten einer sog. Chaos Region auf dem Mars. Rechts unten im Bild liegt Iani Chaos an das sich das Ares Vallis anschließt, einer der grossen Outflow Channel auf dem Mars. Im Bildzentrum liegt Aram Chaos, ein ehemaliger Einschlagskrater, der überprägt wurde duch Prozesse, die im Zusammenhang mit der Entstehung vom Ares Vallis stehen.

Die Chaos Regionen stellen die Quellgebiete der Outflow Channel dar und sind somit von besonderem Intresse für die Marsforschung und die Frage nach Wasser auf dem roten Planeten. Sie entstanden vermutlich durch Entleerung unterirdischer Wasserspeicher, sog. Aquifers und den darauffolgenden Kollaps der darüberliegenden Schichten. Dabei sollen vor rund 3 Milliarden Jahren die freigesetzten Wassermassen die Outflow Channels geformt haben.

Geschichtete Sedimentablagerungen im Bereich solcher Chaos Regionen und anderer Gebiete, wie sie in hochauflösenden Bilddaten zu sehen sind, ähneln lakustrinen Ablagerungen der Erde und warfen erneut die Frage auf, ob es einmal stehende Gewässer auf dem Mars gegeben hat, in denen sich auch frühe Formen vom Leben entwickelt haben könnten.

Dieses Bild und eine geologische Interpretation der Oberflächenformen wurden bei der 26. Jahrestagung der European Geophysical Society (EGS) vom 25. bis 30. März in Nizza vorgestellt.

Dieses Highlight der Woche stammt von Julia Lanz aus der Abteilung Planetengeologie. Die Abteilung beschäftigt sich intensiv mit der Auswertung von Bilddaten der verschiedensten Raumfahrtmissionen. Von besonderem Interesse sind dabei die geologische Entwicklung und die Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der jeweiligen Himmelskörper.


Autor: Julia Lanz WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/092/index.shtml

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