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Ausgabe vom 14. Dezember 2001
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Io's Vulkan Pele leuchtet im Dunkel der Nacht

Io's Vulkan Pele in der Nacht

Diese hochauflösende Aufnahme der NASA-Raumsonde Galileo zeigt den Vulkan Pele auf der Oberfläche des Jupitermondes Io. Der "Hot spot" zeigt ein komplexes Muster glühender Flächen in der nächtlichen Dunkelheit; einige davon sind möglicherweise die frisch umgewälzten Krusten eines Lava-Sees.

Auf Io, dem Körper mit dem heftigsten Vulkanismus im gesamten Sonnensystem, wurden Hunderte sogenannter "Hot spots" entdeckt. Die meisten Hot-spot-Beobachtungen konnten bisher nur bei geringen Bildauflösungen gewonnen werden. Diese in der Nacht aufgenommene Falschfarbenaufnahme von Pele's "Hot spot", die von Galileo's nahem Vorbeiflug im Oktober 2001 stammt, zeigt hingegen Details bis herunter zu einer Größe von 60 Metern. Rote Farben zeigen größere, sehr heiße Gebiete an; in blauer Farbe erscheinen Gebiete mit kühlerem Material oder aber kleinere Areale mit sehr heißem Material.

Die Wissenschaftler glauben, dass Pele's "Hot spot" einen Lava-See in einem vulkanisch entstandenen Krater (Caldera) beherbergt. Die Kette der hellen Flecken könnte am Rand der Caldera liegen, an dem abgekühlte Teile der Kruste des Lava-Sees aufbrechen und heißere Lava von unten nachströmt. (Solche Strukturen sieht man z.B. auch in einem Lava-See auf Hawaii. Alternativ könnte es sich auch um Brüche in der Kruste handeln. Galileo hat ähnliche Beobachtungen bereits im Oktober 1999 und Februar 2000 gemacht [ http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/?IDNumber=PIA02511], aber diese neuesten Bilder sind die ersten, welche größere heiße Stellen zeigen, wie sie auf der rechten Seite des Bildes zu sehen sind. Diese korrespondieren wahrscheinlich mit Regionen, in denen die Kruste sehr stark umgewälzt wurde.

Galileo nahm im Oktober 2001 mehrere Bilder von Pele auf der Nachtseite auf. Diese könnten Messungen der Temperaturen ermöglichen, und eventuell wird man darin sogar an den Stellen, an denen Lava an die Oberfläche tritt, einige schnell ablaufende Änderungen nachweisen können. Vorläufige Rechnungen bestimmen die Temperatur der Lava zu etwa 1400 Kelvin (etwa 1100 Grad Celsius), was der Temperatur von frischer Lava am Kilauea in Hawaii entspricht.

Wissenschaftler am Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des DLR sind als einzige nicht-amerikanische Gruppe am Kameraexperiment der Mission Galileo beteiligt. Die Auswertung der Daten erfolgt hauptsächlich in der Abteilung Planetengeologie. Von besonderem Interesse ist die geologische Entwicklung und Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der vier großen Jupitermonde.

Bilder zu Jupiter und seinen Monden finden im Projekt Galileo und einigen Highlights der Woche.


Autor: Tilmann Denk WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/120/index.shtml

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