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Highlight 195
Ausgabe vom 26. September 2003
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Europäische Raumsonde SMART-1 startet zum Mond

Smart-1 bei Integration auf die Ariane-V


Bilder: ESA, Smart-1 -Mission

In der Nacht vom 27. zum 28. September 2003 wird die Mission SMART-1 vom europäischen Raumfahrtbahnhof in Kourou aus starten. Erstmals macht sich mit dieser Mission der europäischen Raumfahrtbehörde ESA eine europäische Raumsonde auf den Weg zum Mond, um den Trabanten der Erde mit modernen Instrumenten zu untersuchen.

Während ein Röntgenspektrometer die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche bestimmen wird, untersucht ein Infrarotspektrometer, das aus Deutschland stammt, die Mineralogie des Erdmondes. Daneben wird eine Kamera Bilddaten zur Erde übermitteln.

SMART-1 ist jedoch in erster Linie eine technologische Mission und seine Hauptaufgabe ist es, ein Ionentriebwerk im Weltraum zu testen. Im Gegensatz zu den sonst üblichen chemischen Triebwerken erzeugen diese eine vergleichsweise geringe Schubleistung. Der große Vorteil solcher Triebwerke ist, dass sie über lange Zeit kontinuierlich betrieben und damit eine Raumsonde beschleunigen können. Dies ist vor allem für lange Reisen im Weltraum wie beispielsweise einen Flug zum Planeten Merkur von besonderer Bedeutung, da dadurch die Flugzeit wesentlich verkürzt werden kann. Die Funktionsweise eines Ionenantriebs beruht darauf, geringe Mengen eines ionisierten Edelgases auszustoßen und durch den dadurch erzeugten Rückstoß die Raumsonde zu beschleunigen. Die dazu erforderliche Energie wird aus der Sonneneinstrahlung gewonnen.

Auf Grund des geringen Schubs wird SMART-1 über ein Jahr unterwegs sein, bevor die ESA-Mission den Mond erreichen wird. Der Start der Mission erfolgt mit einer Ariane-V-Rakete. Dabei ist die kleine Raumsonde SMART-1 nur "Mitreisender" und wird als sekundäre Nutzlast neben einem großen Kommunikationssatelliten in den Weltraum befördert.

Die Informationen zu diesem Highlight stammen von Harald Hoffmann aus dem Institut für Planetenforschung des DLR. Er ist als Mitglied im Science Definition Team der ESA in die Mission SMART-1 eingebunden.

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Autor: Harald Hoffmann WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/195/index.shtml

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