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Highlight 209
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Ausgabe vom 05. Januar 2004
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Mars Express in stabiler Marsumlaufbahn
Schematische Darstellung der Änderung der Umlaufbahn von Mars Expresse von einem äquatorialen Orbit (links oben angedeutet) in einen (nach dem "Knick") polaren Orbit. Die Flugbahn des Raumschiffs über die beiden Pole des Mars ermöglicht - auch unter Ausnutzung der Eigenrotation des Planeten - eine systematische Erfassung der gesamten Oberfläche des Roten Planeten mit den Fernerkundungsinstrumenten des Mars Express. Auch der ESA-Orbiter Mars Express, an dessen Kamera-experiment HRSC das DLR-Institut für Planetenforschung beteiligt ist, lieferte positive Nachrichten. Der "MEX" hat nach dem Einschuss in eine elliptische Marsumlaufbahn zwei weitere wichtige Manöver ohne Probleme absolviert. Am 30. Dezember wurde nach Erreichen des marsfernsten Punkt des Orbits, in etwa 190 000 Kilometer Entfernung vom Roten Planeten, das Raumschiff gedreht, die Triebwerke für vier Minuten gezündet und der Mars Express von seiner ursprünglichen Bahn in der Äquatorebene in einen polaren Orbit transferiert. Zur Verkleinerung dieser immer noch sehr lang gestreckten Umlaufellipse, deren Apozentrum (der "höchste" oder fernste Punkt) 188 000 Kilometer von der Marsoberfläche entfernt war, kommandierte das ESOC am 4. Januar ein Manöver zur Verkleinerung der Ellipse, wofür die Triebwerke weitere fünf Minuten angeschaltet wurden. Dies brachte das Raumschiff auf eine etwa 40 000 mal 250 Kilometer messende Umlaufbahn, deren Apozentrum durch zwei weitere Triebwerksschübe in den Nächten vom 6. auf den 7. Januar und vom 10. auf den 11. Januar noch weiter, auf bis zu 11 000 Kilometer abgesenkt werden soll. Das Perizentrum, die geringste Entfernung des Orbiters zur Marsoberfläche um den Planeten, wird dann bei 300 Kilometer liegen. An diesen ersten Januartagen wird der Mars Express auch bereits auf seiner Umlaufbahn immer näher direkt über die vermeintliche Landestelle von Beagle 2, seiner am 19. Dezember abgetrennten Landesonde, hinweg fliegen. Von dem 100 Kilogramm schweren Experimentmodul fehlt seit dem Morgen des 25. Dezember, an dem er zur Landung in die Marsatmosphäre eingetaucht ist, jegliche Spur: Sämtliche Versuche, über den bislang noch besser positionierten amerikanischen Orbiter Global Surveyor oder direkt mittels Radioteleskopen von der Erde Kontakt mit dem europäischen Lander aufzunehmen, schlugen fehl. Große und durchaus auch begründete Hoffnungen setzt die Bodenkontrollstation ESOC in Darmstadt daher nun auf die direkten Überflüge des Mars Express am 7. Januar 2004: An diesem Tag wird das Raumschiff um 13:15 Uhr in 315 Kilometer über der Isidis-Ebene fliegen, in der Beagle 2 in einem etwa 50 x 10 km messenden Landegebiet an Fallschirmen und in Airbags eingehüllt niedergegangen sein sollte. Zur Suche nach Beagle 2 sollen dann auch erstmal die HRSC-Kamera und vor allem ihr Teleskop-"Auge", der Super-Resolution Channel angeschaltet werden. Mittlerweile ist am 3. Januar 2004 zu mitternächtlicher Stunde (Ortszeit) der Marsrover Spirit im Inneren des Kraters Gusev gelandet. Dort könnte sich in der Frühgeschichte des Mars ein großer See befunden haben, dessen mögliche Ablagerungen von Spirit nach Wasser- und Lebensspuren untersucht werden sollen. Im Kontrollzentrum spielten sich nach Empfang der ersten Funksignale von unserem zu diesem Zeitpunkt knapp 190 Millionen Kilometer entfernten Nachbarplaneten Szenen ausgelassener Freude ab. Gratulation an die Kollegen am JPL! Am 25. Januar soll der zweite amerikanische Rover, Opportunity, auf dem Mars landen. Die Informationen zu diesem Highlight der Woche stammen von Ulrich Köhler aus der Abteilung Planetengeologie. Die Abteilung beschäftigt sich intensiv mit der Auswertung von Bilddaten der verschiedensten Raumfahrtmissionen. Von besonderem Interesse sind dabei die geologische Entwicklung und die Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der jeweiligen Himmelskörper.
Die wissenschaftlichen Seiten des Mars Express Teams:
Autor: Ulrich Köhler WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/209/index.shtml |
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