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Highlight 213
Ausgabe vom 02. Februar 2004
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Mond in einer Bildersammlung

Diese globale Ansicht des Mondes entstand aus Aufnahmen der Sonde Galileo, die während des zweiten Vorbeiflugs an Erde und Mond im Dezember 1992 aufgenommen wurden. Der auffällige Strahlenkrater am unteren Rand ist das Tycho-Einschlagsbecken. Die dunklen Gebiete sind mit Lava gefüllte Einschlagsbecken: Oceanus Procellarum (links), Mare Imbrium (Mitte links), Mare Serenitatis und Mare Tranquillitatis (Mitte) und Mare Crisium (am rechten Rand). Für diese farbverstärkte Ansicht wurden Aufnahmen durch die Filter Violett, 756 nm und 968 nm verwendet.

Der Mond ist der einzige natürliche Satellit der Erde. Mit einem Viertel des Erddurchmessers ist er im Vergleich zu anderen Planeten ein ungewöhnlich großer Mond. Die beiden Körper werden daher mitunter auch als Doppelplanet bezeichnet. Diese Tatsache lässt eine ungewöhnliche Entstehung des Mondes vermuten. Unter den vorgeschlagenen Ursprungstheorien finden sich die Abtrennung von der Erde, eine unabhängige Entstehung oder das Einfangen aus dem Sonnensystem. Die Theorie, die am besten die Beobachtungen erklärt, geht davon aus, dass ein marsgroßer Körper einst auf die Erde einschlug. Aus den dabei entstandenen Trümmern (sowohl von der Erde als auch vom aufschlagenden Körper) bildete sich dann schließlich der Mond. Wie sich der Mond auch gebildet haben mag, wir wissen heute, das er vor über 4,5 Milliarden Jahren entstand (dem Alter des ältesten untersuchten Mondgesteins).

Hohe Temperaturen während des Entstehungsprozesses führten zum Weit reichenden Aufschmelzen der äußeren Mondschichten. Aus dieser Schmelze bildete sich dann aus einem wahrscheinlich mondweiten "Magmaozean" die Mondkruste. Die Gesteine, die man in den Hochlandregionen des Mondes fand, sind bis zu 4,5 Milliarden Jahre alt und reich an hellen Mineralien, dem so genannten Feldspat. Diesen Gesteinsformen, den Anorthositen, verdankt das Mondhochland seine helle Farbe. In den Jahren nach der Entstehung der Gesteine wurde der Mond von unzähligen Meteoriten getroffen, die die Kruste stark verkratert haben.

Vor über 4 Milliarden Jahren gab es eine ganze Reihe größerer Einschläge, die riesige Krater formten. Diese Krater stellen heute die Becken dar, die "Maria" genannt werden (z.B. Mare Imbrium, Mare Serenitatis). Vor 4 bis 2,5 Milliarden Jahren füllten sich diese Becken durch vulkanische Aktivität mit einer dunklen Lava, dem Basalt. Nach dieser vulkanisch aktiven Zeit kühlte sich der Mond ab und ist seitdem relativ inaktiv, abgesehen von gelegentlichen Einschlägen von Meteoriten und Kometen.

Anders als auf der Erde gibt es auf dem Mond keine ständige Gebirgsbildung durch die Bewegung von Kontinentalplatten oder durch Vulkanismus. Es ist ein fossiler Planet, auf dem die frühesten Stufen der geologischen Evolution erhalten geblieben sind. Der Mond ist jedoch nicht vollständig inaktiv. Von den Apollo-Astronauten aufgestellte Seismometer haben kleine Beben (genauer gesagt "Mondbeben") in Tiefen von mehreren hundert Kilometern aufgezeichnet. Diese Beben entstehen wahrscheinlich durch die Gezeitenkräfte, die vom Schwerefeld der Erde verursacht werden.

Derzeit befinden sich mehrere automatischen Raumsonden auf dem Weg zum Mond oder stehen unmittelbar vor ihrem Start. Selbst die bemannte Rückkehr zum Mond einschließlich permanent bewohnter Habitate innerhalb der nächsten 10 Jahre wird aktuell diskutiert.

Das gezeigte Mondbild ist Bestandteil der 16 Blätter umfassenden Serie "Unser Sonnensystem", das von der planetaren Bildbibliothek (RPIF - Regional Planetary Image Facility) ins deutsche Übertragen wurde. Die Webadresse für die Bilderserie lautet: solarsystem.dlr.de/RPIF/bildserie.shtml. Lehrer können das Bildmaterial für die Verwendung im Unterricht auch als DIA-Serie zum Selbstkostenpreis bei der RPIF bestellen.


Autor: Ulrich Köhler WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/213/index.shtml

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