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Highlight 263
Ausgabe vom 28. Februar 2005
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Raumsonde Rosetta an der Erde


Bild: ESA, Kollage: W.Tost
Zeitangaben in UT für Frankfurt

Seit ihrem Start am 2. März 2004 hat die Rosetta-Mission, die erstmals auf einem Kometen landen und ihn erforschen soll, bereits etwa eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. Fast genau 1 Jahr nach dem Start, in den Abendstunden des 4. März 2005, fliegt die Sonde in einem Abstand von nur 1.900 Kilometer an der Erde vorbei. Dieser Swing-by ist das erste von insgesamt vier Manövern (dreimal an der Erde, einmal am Mars), die der Sonde die notwendige Geschwindigkeit für ihr Rendevouz mit dem Kometen Churyumov-Gerasimenko im Jahre 2014 verleihen. Im Prinzip wird bei einem Swing-by ein kleiner Teil des Drehimpulses des Planeten auf die Raumsonde übertragen.

Der Vorbeiflug an der Erde kann mit einem Feldstecher beobachtet werden. Die Bahn der Sonde verläuft zwischen den Sternbildern Zwilling und Orion und geht dann weiter durch das Sternbild Stier in Richtung Westen. Als Referenz kann man die angegebene Karte verwenden, die für den Ort Frankfurt gerechnet ist. Die Uhrzeiten sind angegeben in UT; für die in Deutschland verwendete Mitteleuropäische Zeit (MEZ) muss man eine Stunde hinzu addieren. Die Beobachtungsperiode beginnt mit der Dunkelheit und endet gegen 23 Uhr MEZ, wenn Rosetta unter den westlichen Horizont taucht.

Während des Erdvorbeifluges werden die wissenschaftlichen Instrumente von Rosetta für etwa 26 h auf den Mond ausgerichtet sein. Die Erde wird dabei nur kurz (etwa 30 min) in das Blickfeld geraten. Der Erdmond wird zu Funktionstests und zur Kalibration genutzt. Es werden jedoch auch wissenschaftliche Fragen untersucht. So möchte das Team der Osiris-Kamera nach einem möglichen Natriumschweif des Erdbegleiters Ausschau halten.

Es soll auch getestet werden, ob die Rosetta-Navigationskamera den Mond selbstständig findet. Damit soll das Ausrichten der Sonde bei den Vorbeiflügen an den Asteroiden Steins (in 2008) und Lutetia (in 2010) simuliert werden.

Das Institut für Planetenforschung des DLR ist an mehreren Orbiter- und Lander-Instrumenten der ESA-Mission Rosetta beteiligt. Hardware wurde für die Lander-Experimente Mupus (Multi-Purpose Sensors for Surface and Subsurface Science) und Rolis (Rosetta lander imaging system) entwickelt. Die "Principal Investigators" für diese Experimente sind Prof. Tilman Spohn und Dr. Stefano Mottola. Wissenschaftliche Beteiligungen gibt es zusätzlich bei den Orbiter-Experimenten OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and InfraRed Imaging System), VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer), RPC (Rosetta Orbiter Plasma Consortium), MIRO (Microwave Spectrometer for the Rosetta Orbiter) sowie für den Lander Philae bei Cosac (Cometary Sampling and Composition) und Romap (Rosetta Lander Magnetometer and Plasmamonitor) und Sesame (Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiment).

Die Informationen zu diesem Highlight stammen von Dr. Ekkehard Kührt aus der Abteilung "Asteroiden und Kometen" des Institut für Planetenforschung im DLR.

Links:

Die Übersichtskarte des Rosetta-Swing-By in groß (1278x984 Pixel, JPG, 337 kB)
Details zum Rosetta Swing-by
Weitere Informationen zu Rosetta unter der URL sci.esa.int
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Autor: Ekkehard Kührt WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/263/index.shtml

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