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Highlight 297
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Ausgabe vom 05. Dezember 2005
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Oberflächenmodell von Phobos
Im August 2004 passierte MarsExpress den Marsmond Phobos in einem Abstand von nur 150 km. Während des Vorbeiflugs entstand eine hoch auflösende (ca. 10 m/pixel) HRSC-Bildsequenz mit fünffacher Stereoabdeckung. Dieses Bild zeigt ein aus den Stereobilddaten abgeleitetes Oberflächenmodell in bisher unerreichter Auflösung. Der kleine Marsmond Phobos (Radien: 13 km x 11 km x 9 km) wurde 1877 von A. Hall entdeckt. Er umkreist den Planeten in einem Abstand von weniger als drei Marsradien in gebundener Rotation (Umlaufzeit ca. 7.6 h). Die Herkunft des Mondes ist umstritten, vermutlich handelt es sich aber um einen eingefangenen Asteroiden. Bilder aus früheren Missionen (Mariner, Viking, Phobos, MGS) haben gezeigt, dass Phobos ein ausgesprochen irregulärer Körper ist mit einer Vielzahl von Einschlagkratern an der Oberfläche, insbesondere dem Krater Stickney (zu sehen am unteren Bildrand), dessen Durchmesser etwa so groß ist wie der mittlere Radius. Darüber hinaus ist die Oberfläche mit einer meterdicken Regolithschicht bedeckt. Die Sonde MarsExpress mit der Kamera HRSC an Bord hat bei ihrem 756. Umlauf um Mars Phobos mit Bildauflösungen von bis zu 7 m/Pixel und in Stereo erfasst. Aus diesen Bilddaten konnten die Oberfläche mit 6 m Höhengenauigkeit (Mittelwert) rekonstruiert und eine genaue Karte von Phobos (rechts im Bild) erstellt werden. Die erreichte Auflösung ist mehrfach besser als in den bisher existierenden Modellen von Phobos (Link zu diesem Bild am Ende des Textes) Phobos hat eine mittlere Dichte von 1.9 g/cm3 und könnte deshalb erhebliche Mengen an Wasser-Eis enthalten. Das macht ihn für künftige Missionen ins äußere Planetensystem interessant. Russland plant für 2009 den Start einer Mission mit dem Ziel der Landung auf Phobos, um die Oberfläche in-situ zu erforschen. Dies erfordert eine genaue kartographische Erfassung der Oberfläche sowie eine genaue Kenntnis des Oberflächenreliefs an der Landestelle. Oberflächenmodelle und Karten von Phobos in höchster Auflösung und Präzision sind darum von besonderer Wichtigkeit. Die Informationen zu diesem Highlight der Woche stammen von Dr. Bernd Giese aus der Abteilung Planetengeodäsie. Die Abteilung beschäftigt sich intensiv mit der Auswertung von Bilddaten der verschiedensten Raumfahrtmissionen. Von besonderem Interesse sind dabei die geologische Entwicklung und die Altersbestimmung, aber auch die geochemische Zusammensetzung der jeweiligen Himmelskörper.
Links:
Autor: Dr. Bernd Giese WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/297/index.shtml |
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