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Highlight 314
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Ausgabe vom 11. April 2006
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Venus Express am Ziel angekommen
Am 11. April 2006 erreichte die europäische Raumsonde Venus Express ihr Ziel. Nach einer fünfmonatigen Reise durchs All kommt damit zum ersten Mal eine europäische Raumsonde bei unserem inneren Nachbarplaneten Venus an. Derzeit wird die Umlaufbahn noch abgesenkt; der 24-stündige Arbeitsorbit soll Anfang Mai 2006 erreicht werden und über die Venus-Pole hinwegführen. Über zehn Jahre ist es her, seit die Venus das letzte Mal Besuch von der Erde hatte. Obwohl sie, vom Mond abgesehen, mit einem Abstand von rund 40 Millionen Kilometer unser nächster Nachbar im All ist, wissen die Planetenforscher verhältnismäßig wenig über sie. Mitte der 1980er Jahre wurde bei Beobachtungen von der Erde aus festgestellt, dass in bestimmten Spektralbereichen viel mehr Strukturen auf der Venus zu erkennen sind, als zunächst angenommen. Eine Hoffnung ist es, aktive Vulkane auf der Venus zu entdecken. Messungen der Venusatmosphäre ergaben immer wieder lokale Konzentrationen von Schwefeldioxid. Das deutet auf aktiven Vulkanismus hin. Die Venus könnte, neben der Erde, der erste terrestrische Planet sein, auf dem die Forscher aktive Vulkane nachweisen können. Vulkane und Geysire sind bisher nur auf fernen Monden entdeckt worden: Der Jupitermond Io besitzt besonders viele Vulkane, von denen ständig einer aktiv ist; auf dem Neptunmond Triton hat die Raumsonde Voyager Geysire entdeckt und erst vor kurzem konnte die Raumsonde Cassini am Südpol des Saturnmondes Enceladus Geysire nachweisen, die unter anderem den äußersten Saturnring mit Material speisen. Durch die atmospärischen "Fenster" wird Venus Express aus seiner Umlaufbahn heraus auf die Venus hindurchblicken, wenn auch nur in geringer Auflösung von maximal 50 Kilometer. In den Aufnahmen wird unter anderem nach Temperaturunterschieden gesucht. Im Schnitt liegt die Oberflächentemperatur der Venus bei 477 Grad Celsius. Diese ist tagsüber und auch nachts mehr oder weniger konstant und hängt nur von der topographischen Höhe ab. (Während die Troposphäre Tag- und Nachtschwankungen zeigt) Im Bereich eines Vulkanausbruchs kann die Oberfläche durch die heiße Lava, die der basaltischen Lava von Hawaii ähnelt, bis zu 1.300 Grad heiß sein. Nach solchen Vorkommnissen soll intensiv gesucht werden. Um die Beobachtungen der Raumsonde zu unterstützen, hat die ESA ein Venus Express Ground Observing Project ausgerufen, an dem sich auch Amateurastronomen beteiligen können. Dazu sollen CCD-Aufnahmen mit speziellen Filtern im Bereich von 350-1000 nm aufgenommen werden (Nahes UV, sichtbares Licht und nahes Infrarot). Details zu diesem Projekt finden sich in der unten stehenden Link-Liste.
Links:
Autor: Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/314/index.shtml |
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