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Highlight 389
Ausgabe vom 15. April 2008
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neptun in einer Bildermappe


Rechts/Oben: Neptunringe ; Neptun und Triton
Links: Neptun ;; Rechts/Mitte: Südpol von Neptun
Rechts/Unten: Wolken ; Der "Große Dunkle Fleck"
Bild: NASA/DLR/RPIF

Neptun ist der erste Planet, der nicht bei regelmäßigen Himmelsbeobachtungen, sondern aufgrund mathematischer Berechnungen entdeckt wurde. Als man feststellte, dass die Bahn des Uranus nicht genau den Erwartungen der Astronomen entsprach, stellte ein französischer Mathematiker, Urbain Joseph Le Verrier, die Theorie auf, ein bislang unbekannter Planet, dessen Position und Masse er berechnet hatte, könnte für die Bahnabweichungen des Uranus verantwortlich sein. Da er von den französischen Astronomen ignoriert wurde, sandte Le Verrier seine Berechnungen an Johann Gottfried Galle an der Berliner Sternwarte, der den Neptun am 23.09.1846 schon in der ersten Nacht fand, in der er nach ihm suchte. Triton, der größte Mond des Neptun, wurde 17 Tage später entdeckt.

Neptun ist 30x weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Mit diesem Abstand von fast 4,5 Milliarden Kilometern benötigt Neptun 165 Jahre für einen Umlauf um die Sonne. Obwohl er den vierfachen Erddurchmesser besitzt, ist er aufgrund der großen Entfernung mit dem bloßen Auge nicht sichtbar.

Die Hauptachse des Magnetfelds von Neptun ist um etwa 47 Grad gegen die Rotationsachse des Planeten "gekippt". Wie beim Magnetfeld des Uranus, dessen Achse etwa 60 Grad gegen die Rotationsachse geneigt ist, führt diese Fehlorientierung auch in der Magnetosphäre des Neptun bei jeder Umdrehung des Planeten zu heftigen Schwankungen. Das Magnetfeld des Neptun ist etwa 27mal stärker als das der Erde.

Die Atmosphäre reicht bis in große Tiefen des Planeten und geht dann allmählich in Wasser und andere "Eisschmelzen" über. Darunter liegt ein fester, schwerer Kern, etwa so groß wie die Erde. Die blaue Farbe des Neptun ist dem in seiner Atmosphäre enthaltenen Methan zuzuschreiben. Beim Nachbarplaneten Uranus wird die blaugrüne Farbe zwar auch durch atmosphärisches Methan verursacht, aber die blaue Farbe des Neptun strahlt wesentlich kräftiger. Es muss also eine unbekannte Komponente geben, die für die intensivere Farbe verantwortlich ist. Der Grund für die bläuliche Färbung des Neptun ist noch unbekannt.

Wie die Beobachtungen von Voyager 2 im Jahr 1989 bestätigten, verfügt der Planet über sechs Ringe von verschiedener Stärke. Nach allgemeiner Ansicht sind die Ringe des Neptun relativ jung und relativ kurzlebig. Daneben besitzt Neptun 13 bekannte Monde, von denen sechs von Voyager 2 entdeckt wurden. Der größte Mond, Triton, umläuft den Neptun entgegen der Rotationsrichtung des Planeten. Triton ist der kälteste Himmelskörper, den wir in unserem Sonnensystem bislang besuchen konnten - seine Oberflächentemperatur beträgt etwa -238,5 Grad Celsius. Trotz dieser Eiseskälte entdeckte Voyager 2 auf Triton Geysire, die gefrorene Materie mehr als acht Kilometer in die Höhe spucken.

Das gezeigte Bild ist Teil der 20 Blätter umfassenden Mappe "Unser Sonnensystem".

Links:
Das Bild in der Originalgröße (2004x1326 Pixel, JPG, 243 kB)
Downloadseite der gesamten Bildermappe
Weitere Informationen auf der RPIF Überblicksseite

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Autor: Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/389/index.shtml

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