|
Highlight 447
|
Ausgabe vom 24. November 2009
|
|
40 Jahre später: Die Landestelle von Apollo 12
Während im Juli diesen Jahres noch umfangreich über das 40. Jubiläum der ersten Mondlandung berichtet wurde, so ist das gleiche Jubiläum für die zweite Mondlandung durch Apollo 12 so gut wie unbemerkt geblieben. Heute vor 40 Jahren kehrten die Astronauten wieder zur Erde zurück, nachdem sie vorher u.a. bewiesen hatten, dass es möglich ist, auf dem Mond eine Punktlandung durchzuführen. Das Ziel von Apollo 12 im Oceanus Procellarum war die automatische Landesonde Surveyor 3, die fast zwei Jahre zuvor weich auf unserem Erdtrabanten gelandet war. (Aktiv vom 20.04.-03.05.1967) Nach der geglückten Punktlandung konnten die folgenden Apollo-Missionen sich auch an schwierige Landegebiete wie z.B. das von Kratern übersäte Hochland wagen. Der Landeplatz wurde bewußt ausgewählt, weil der Boden dort aus relativ jungem Marebasalt bestand und gleichzeitig dort auch Auswurfgestein aus dem weit entfernten Krater Copernicus zu finden war. Das Alter dieses imposanten Strahlenkraters konnte durch die gesammelten Gesteinsproben auf 810 Millionen Jahre bestimmt werden. Weiterhin wurden vier verschiedene Arten von Basalten identifiziert, die allesamt jünger waren als die Gesteine an der Landestelle von Apollo 11. Apollo 12 landete am 19. November 1969 in einer Entfernung von etwa 200 m von Surveyor 3. Der Aufenthalt auf dem Mond betrug etwa 32 Stunden. Während dieser Zeit wurden zwei Ausstiege von etwa vier Stunden Dauer durchgeführt. Während des ersten Ausstiegs wurde das wissenschaftliche Instrumentarium aufgebaut. (Apollo Lunar Surface Experiment Package - ALSEP). Die Instrumente waren bis 1976 aktiv und übertrugen in diesen sieben Jahren die Daten direkt zur Erde. Das Standardprogramm bestand in geologische Untersuchungen, Fotografien und im sammeln von Gesteinproben. Insgesamt wurden 32 kg Mondgestein gesammelt und zur Erde gebracht. Ein Highlight war der Besuch der automatischen Landesonde Surveyor 3, von der einige Teile abgebaut wurden, um sie anschließend auf der Erde zu untersuchen. Durch diese Untersuchungen erhielten Wissenschaftler wertvolle Hinweise auf das Verhalten von Material unter Weltraumbedingungen über längere Zeiträume. Aufgrund dieser Ergebnisse ist es möglich, Werkzeuge und Flughardware zu entwickeln und zu verbessern. Mittlerweile hat die neueste Mondsonde der Amerikaner, der LRO (Lunar Reconnaissance Orbiter) sämtliche Landestellen der Apollo-Missionen in hoher Auflösung bis zu 50 cm pro Pixelpunkt aufnehmen können. Im hier gezeigten Bild sieht man die Apollo 12 -Landefähre Intrepid, sowie Surveyor 3, das Experimentalpaket ALSEP und sogar den Trampelpfad der Astronauten im feinen Mondboden.
Links:
Autor: Wilfried Tost, Pressestelle Bundestag, WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/447/index.shtml |
|