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Highlight 466
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Ausgabe vom 25. Mai 2010
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Zwei Feuerkugeln zugleich
In der Nacht vom 16. auf den 17. April 2010 konnte die Feuerkugelstation 87 Gernsbach ein einmaliges Ereignis im Bild festhalten, als gleich zwei helle Feuerkugeln in dieser Region sichtbar wurden. Das erste Ereignis fand um 21:30 UT statt, das andere um 00:11 UT. Das Europäische Feuerkugelnetzwerk zeichnet pro Jahr etwa 40 helle Meteore mit ihren Kameras auf. Nur wenige Stationen zeichnen überhaupt eine Feuerkugel pro Jahr auf. Deshalb ist diese Aufnahme mit zwei besonders lang andauernden hellen Feuerkugeln ein besonderer Glücksfall, der bisher noch nicht vorgekommen ist. Die im Abstand von etwa 100 km aufgestellten Stationen in Deutschland, der Tschechischen Republik, Belgien, Luxemburg und Österreich decken dabei eine Fläche von etwa 1 Million Quadratkilometer ab. Die Kameras in den Stationen arbeiten nach einem einfachen Prinzip: sie fotografieren jeweils einen stark gewölbten Spiegel, wodurch eine Beobachtung des gesamten Himmels gewährleistet wird. Die Kameras erstellen jeweils eine Belichtung pro Nacht. Aus den Bildern mehrer Stationen lassen sich in der Regel die Flugbahn und Geschwindigkeit des Meteors, sowie die physikalischen Eigenschaften des Flugobjektes bestimmen. Die Feuerkugeln sind die beiden Strichspuren rechts oben und links neben der Mitte. Sie erscheinen als Linie mit feinen Unterbrechungen, die durch einen Shutter verursacht werden, der sich vor der Kamera befindet und sich 12,5 mal pro Sekunde dreht. Dadurch kann die Leuchtdauer dieser schnell bewegten Feuerkugeln bestimmt werden, indem an einfach die Zahl der Unterbrechungen zählt. Die beiden Feuerkugeln im vorliegenden Bild haben demnach eine Leuchtdauer von 3,7 und 4,3 Sekunden. Wird eine Feuerkugel von mehreren Stationen aufgenommen, kann man aus den Bildern eine genaue Bahnkurve bestimmen, aus der sich der mögliche Ort eines Meteoritenfalls auf etwa einen Quadratkilometer genau berechnen lässt. Für die Wissenschaftler besonders wichtig ist aber die Möglichkeit, aus der Bahn auch den Herkunftsort des Körpers im Sonnensystem bestimmen zu können. Der wissenschaftliche Koordinator des Europäischen Feuerkugelnetzes ist Prof. Jürgen Oberst, DLR Berlin-Adlershof, Institut für Planetenforschung, die technische Betreuung der Kamerastationen liegt bei Dieter Heinlein, der Betreuer der Station 87 Gernsbach ist Herr Thomas Felgner.
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Autor: Wilfried Tost, WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/466/index.shtml |
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