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Highlight 470
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Ausgabe vom 30. Juni 2010
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Ungewöhnliche Strukturen am Krater Magelhaens
Im Südwesten der Vulkanregion Tharsis auf dem Mars befindet sich der etwa hundert Kilometer große Einschlagkrater Magelhaens, der nach dem portugiesischen Seefahrer und Entdecker Ferdinand Magellan (1480 bis 1521) in dessen Landessprache benannt ist. Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express fotografierte am Südrand des Magelhaens-Kraters ungewöhnliche Strukturen, deren Entstehungsprozess nicht vollständig geklärt ist. Die hier gezeigte Szene vom Nordrand des Magelhaens-Kraters besitzt eine Auflösung von circa 25 Metern pro Bildpunkt (Pixel) und befindet sich bei 34 Grad südlicher Breite und 185 Grad östlicher Länge auf dem Mars. Mit einer Ausdehnung von zirka 190 Kilometern mal 112 Kilometern erstreckt sich das abgebildete Gebiet über 21.280 Quadratkilometer und ist damit etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Im Westen des Gebietes (am oberen Bildrand; Norden ist rechts im Bild) sind auffällige, unregelmäßig geformte, hell gefärbte Blöcke zu erkennen. Es handelt sich hier höchstwahrscheinlich um bis zu zwei Kilometer große Gesteinsbruchstücke oder Gesteinsschollen. Die Prozesse, die zur Entstehung dieser Strukturen geführt haben, sind noch nicht völlig geklärt. Möglicherweise wurde das anstehende Gestein durch die Wucht eines Einschlags in unmittelbarer Nähe tief zerrüttet und brach auseinander. Eine andere mögliche Erklärung ist Subrosion. Als Subrosion wird ein Prozess bezeichnet, bei dem Material aus dem Untergrund entfernt wird. Auf dem Mars trat Subrosion häufig in Verbindung mit aufsteigendem Magma auf. Das Magma erwärmte gefrorenes Grundwasser, also Eis, das sich in Hohlräumen unter der Marsoberfläche befand. Das zu Wasser getaute Eis floss unterirdisch ab, ehe es an die Oberfläche trat und transportierte dabei Material ab. Es entstanden Hohlräume, die durch die Auflast der darüber liegenden Gesteinsschichten einbrachen. Ursprünglich zusammenhängende Schichten zerbrachen dabei und konnten die hier zu erkennenden Strukturen bilden. Die helle Oberfläche ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Wind den aufliegenden Staub und Sand abgetragen hat und die blanke Gesteinsoberfläche zu sehen ist. Es könnte sich aber auch um helle Minerale und Sedimente handeln, die hier aus einem stehenden oder fließenden Gewässer abgelagert wurden. Etwa in der Bildmitte befindet sich ein kaum zerbrochenes, wenig gestörtes Plateau. Möglicherweise handelt es sich um das gleiche helle Material welches im Westen stark zerbrochen ansteht. Das Gebiet erscheint auffallend flach. Die Existenz feinster, von Südwesten nach Nordosten verlaufender Staubfahnen könnte auf eine ausgeprägte Winderosion hindeuten. Auch auf der Erde werden in bestimmten Gebieten Gesteinsoberflächen durch so genannte Abrasion, dem Abschleifen der Oberfläche durch Wind und Staub, glatt poliert. Doch auch hier könnte es sich genauso um Ablagerungsprozesse handeln, bei denen Wasser eine Rolle spielte.
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Autor: Dipl. Geol. Ulrich Köhler, Wilfried Tost WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/470/index.shtml |
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