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Ausgabe vom 23. November 2011
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Königstochter besucht BEST II


Asteroid (194) Prokne im Bildfeld von BEST II
Ausschnitt von 620x620 Pixel aus dem Bildfeld von 4048x4048 Pixel
Der Umfang des gesamten Bildfeldes beträgt 1,7° x 1.7°
Bild: Thomas Pasternacki, DLR

In den Messdaten des ferngesteuerten Teleskops BEST II erschien in der Nacht vom 13. Mai 2011 ein unerwartet starkes Signal. Zeit und Richtung des Signals führten schnell zu einer Erklärung: der Asteroid (194) Prokne zog durch das Bildfeld des Weitwinkelteleskops. Dies war leider keine Neuentdeckung, denn der Asteroid ist seit 1879 bekannt. Benannt ist er nach der Königstochter Prokne in der griechischen Mythologie, die aus Rache an ihrem Mann ihren gemeinsamen Sohn Itys umbringt und ihm zum Abendessen serviert. Weniger blutrünstig geht es bei den Beobachtungen mit dem Teleskop BEST II zu.

BEST II ist das Teleskop des Instituts für Planetenforschung, das fernbedient von Berlin aus extrasolare Planeten untersucht. Eine Aufgabe des Weitwinkelteleskops in der chilenischen Wüste ist es, Exoplanetenkandidaten, die das Weltraumteleskop CoRoT ermittelt hat, zu beobachten. Es geht dabei um die Aufzeichnung von Transitereignissen, bei denen eine sehr kleine, aber messbare und regelmäßige Verdunkelung eines Sterns registriert wird, die ein ihn umkreisender Planet erzeugen kann.

Um unter den Kandidaten die tatsächlichen Exoplaneten herauszufinden, sind eine Reihe von Nachfolgemessungen nötig. Eine davon ist die Beobachtung von vorhergesagten Transitereignissen der Kandidaten, die BEST II an seinem exzellenten Standort in Chile mit einer höheren räumlichen Auflösung als CoRoT durchführt.

Die Signale, die durch einen vorbeiziehenden Planeten verursacht werden, sind klein. Selbst Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, würde das Licht der Sonne nur um 1% abschwächen, wenn man von einem anderen Stern her unser Sonnensystem auf Transitereignisse hin beobachten würde. Umso erstaunlicher waren die Messdaten vom 13. Mai, die zeigten, dass die scheinbare Helligkeit einiger Sterne im Beobachtungsfeld während dieser Nacht um mehrere Größenordnungen zu- und wieder abnahmen. Das ist auf den Asteroiden (194) Prokne zurükzuführen, der den beobachteten Himmelsausschnitt durchflog.

Links:
Das Bild zum Download (620 x 620 Pixel, anim GIF, 1.5 MB)

DLR Webseiten CoRoT: www.dlr.de/corot
DLR-Institut für Planetenforschung, Abteilung Extrasolare Planeten und Atmosphären

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Autor: Dr. Ruth Titz-Weider, Thomas Pasternacki, WWW-Bearbeiter: Wilfried Tost
URL dieser Seite: http://solarsystem.dlr.de/HofW/nr/508/index.shtml

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