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Der Durchbruch von Iani Chaos in das Ares-Tal

 

Bild 1 (Farbbild)


Hi-Res JPG (9.62 MB)

Farbübersicht: In der unteren Bildhälfte sind die "chaotisch" zerklüfteten Gebiete von Iani Chaos zu sehen, aus denen sich der Oberlauf des Ares Vallis entwickelt. Die Länge des Bildstreifens beträgt etwa vierhundert Kilometer. Er wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Farbkanälen aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 2 (Graustufenbild)


Hi-Res JPG (5.19 MB)

Übersicht: In der unteren Bildhälfte sind die "chaotisch" zerklüfteten Gebiete von Iani Chaos zu sehen, aus denen sich der Oberlauf des Ares Vallis entwickelt. Die Länge des Bildstreifens beträgt etwa vierhundert Kilometer. Er wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 3 (Farbbild - Detail)


Hi-Res JPG (22.8 MB)

Am Nordrand von Iani Chaos flossen große Mengen Wasser in Richtung der nördlichen Tiefebenen ab und bildeten das Ausflußtal Ares Vallis. Am unteren Bildrand ist ein typisches "chaotisches Gebiet" zu sehen, wo Teile der Hochfläche abgesackt und als vereinzelte Hügel stehen geblieben sind. Das mit großer Energie abfließende Wasser hinterließ auf der heute trockenen Oberfläche ein Muster an Landschaftsformen, die in Richtung der Strömung ausgelenkt sind. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Farbkanälen aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 4 (Perspektive)


Hi-Res JPG (8.29 MB)

Perspektivansicht eines typischen "chaotischen Gebiets" am Nordrand von Iani Chaos. Teile der Hochfläche sind abgesackt und als vereinzelte Hügel stehen geblieben. Entstanden ist die Formation vermutlich durch das Abschmelzen großer im Untergrund gespeicherter Wassermengen; die ursprüngliche Oberfläche sackte in die dann entstandenen Hohlräume nach. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Farbkanälen aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 5 (Perspektive)


Hi-Res JPG (7.86 MB)

Perspektivansicht von Tälern und Bergrücken im Oberlauf von Ares Vallis. Deutlich zu erkennen sind Strömungsmuster, die das Wasser vermutlich vor Milliarden von Jahren am Boden hinterlassen hat. Heute ist die Gegend eine Wüste. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Stereo- und Farbkanälen aufgenommen, aus denen ein digitales Geländemodell errechnet wurde.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 6 (Anaglyphe)


Hi-Res JPG (22.9 MB)

Anaglyphenbild der Übergangszone zwischen Iani Chaos und dem Oberlauf von Ares Vallis. Der Fluß, der sich in der Frühgeschichte des Mars aus Schmelzwasser speiste, das im Untergrund von Iani abgetaut ist, floss über 1400 Kilometer nach Nordwesten und endete in der Chryse-Ebene. Heute ist die Gegend wüstenhaft trocken. Beim Blick durch eine rot-grün oder rot-blau-Brille (rotes Glas vor dem linken Auge) erkennt man das topographische Relief des Gebietes: So stehen die Überbleibsel des Hochlands in Iani Chaos als isolierte Hügel heraus, und an den vom strömenden Wasser umflossenen Bergrücken sind Terrassen zu erkennen, die auf unterschiedliche Niveaus des Wasserspiegels hindeuten. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie einem der schräg blickenden Stereokanäle aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)


Zur Ansicht der dreidimensionalen Bilder benötigen Sie eine Rot-Grün- oder eine Rot-Blau-Brille, die Sie in Deutschland z.B. bei jedem gutsortierten Optiker erhalten



Bild 7 (Farbbild - Detail)


Hi-Res JPG (16.2 MB)

Farb-Draufsicht auf ein Tal, das von Westen, aus Aram Chaos kommend, tangential in das nach Norden entwässernde Ares-Tal mündet. Vor Milliarden von Jahren strömten hier vermutlich große Mengen Wasser. Im Laufe der Zeit brachen von den gegen Süden gerichteten Talhängen des Seitenarms große Hangrutschungen ab, die sich trichterförmig in den Talgrund schoben. Auf der alten Xanthe-Hochlandfläche verläuft etwa in der Bildmitte parallel zu Ares Vallis eine vertiefte Struktur, unterbrochen von dem jüngeren, aus Aram kommenden Tal, die ebenfalls einmal ein Flußbett gewesen sein könnte. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Farbkanälen aufgenommen.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 


Bild 8 (Perspektive)


Hi-Res JPG (6.44 MB)

Perspektivansicht der fast 2000 Meter hohen nördlichen Talseite eines Tals, das aus Aram Chaos kommend weiter östlich in das Ares Vallis mündet. Die Steilheit der Talhänge begünstigte den Abgang von Hangrutschen. Das abgerutschte Material sammelte sich in fächerförmigen Schutthalden im Talgrund. Das Bild wurde mit dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden Sensor der HRSC, sowie den schräg blickenden Stereo- und Farbkanälen aufgenommen, aus denen ein digitales Geländemodell errechnet wurde.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)  


Bild 9 (Regionaler Kontext)


Hi-Res JPG (2.04 MB)

Topographische Karte der Lage von Iani Chaos und des Oberlaufs von Ares Vallis zwischen Margaritifer Terra und Xanthe Terra im Marshochland. Die Pfeile verweisen auf die in den Bildern gezeigten Landschaften hin.
Bild: NASA/JPL/USGS/MOLA.

 


Bild 10 (Globaler Kontext)


Lage der HRSC-Bildstreifen, aus denen die Ansichten von Iani Chaos und Ares Vallis entnommen sind, auf einer globalen Ansicht des Mars.
Bild: NASA/JPL/FU Berlin.

 


 
Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene, hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express hat im Oktober 2004 aus 350 Kilometer Höhe das Gebiet Iani Chaos und den Beginn des Ares-Talsystems in einer Auflösung von 15 Meter pro Bildpunkt (Pixel) aufgenommen. Die einzelnen Aufnahmen wurden zu einem Mosaik zusammengefügt. Die hier gezeigten Ausschnitte zeigen ein Gebiet, das bei 17,5 Grad westlicher Länge vom Äquator bis etwa 3 Grad nördlicher Breite reicht.

Die Bilder lassen Landschaften mit einer komplexen geologischen Vergangenheit erkennen. Hier ist die 180 Kilometer lange und 200 Kilometer breite Senke des Iani Chaos an einem fast hundert Kilometer breiten Durchbruch mit dem Ares Vallis verbunden. Von dort erstreckt sich das Ares-Tal über eine Länge von 1400 Kilometer und bis zu 2000 Meter tief eingeschnitten durch das Xanthe-Hochland, ehe es in die Tiefebene von Chryse Planitia mündet. Ares Vallis ist eines von mehreren großen Ausflusstälern in dieser Gegend des Mars, die sich alle vor mehreren Milliarden Jahren gebildet haben.

Viele Landschaftsmerkmale deuten darauf hin, dass die erosive Kraft großer Mengen Wasser das Ares-Tal ausgeschürft haben. Sehr wahrscheinlich wälzten sich riesige Fluten das Tal hinab und rissen große Mengen Gestein von den Talflanken, das von den Wassermassen zerkleinert, zerrieben und mitgeschleppt wurde. Die Sedimentfracht wurde weit im Norden der hier abgebildeten Gebiete hinter der Ares-Mündung in der Chryse-Ebene wieder abgelagert. Dort landete 1997 die amerikanische Sonde Mars Pathfinder und erkundete mit dem Rover Sojourner die Umgebung der Landestelle nach Spuren von Wasser.

Die Bildsequenz zeigt die Stelle, an der sich Iani Chaos zum Ares Vallis öffnet. Scheinbar wahllos ("chaotisch") verteilt bilden einzelne Blöcke und Hügel eine zerklüftete Oberflächenstruktur. Diese mehrere hundert Meter hohen "Noppen" sind vermutlich Überbleibsel einer Oberfläche, die eingestürzt ist, nachdem sich im Untergrund Hohlräume gebildet hatten. Die sich nach Norden erstreckenden, länglich gewundenen Strukturen deuten darauf hin, daß Wasser aus dem Untergrund von Iani Chaos wegströmte: Vermutlich sind einst im Grundgebirge gespeicherte Eismassen durch vulkanische Wärme zum Abtauen gebracht worden. Das Schmelzwasser ergoß sich dann in katastrophenartigen Fluten und dem Gefälle folgend Richtung Norden. Die noch intakten Teile der einstigen Oberfläche liegen nun als verstreute Hügel in der Landschaft.

Etwa einhundert Kilometer weiter nördlich mündet von Westen kommend ein mächtiger, zehn Kilometer breiter Seitenarm in das Ares Vallis. Große Wassermengen aus dem Aram Chaos vereinten sich hier mit dem Ares-Strom. An den Nordflanken des Tales sind große Hangrutschungen zu sehen, die an den freigelegten Steilwänden Schichtungen erkennen lassen. Auf dem Hochland scheint sich parallel zum heutigen Verlauf von Ares Vallis ein weiteres breites Flußtal mit weniger markantem Profil abzuzeichnen. Stromabwärts vereinigt sich von Osten kommend ein weiteres Tal mit Ares Vallis. Dieser Flußarm bahnte sich seinen Weg durch zwei Einschlagskrater im Xanthe-Hochland, die heute zum Teil mit Ablagerungen verfüllt sind.

Für den Schwarzweiß-Überblick (Bild 2) wurden die Bilddaten des Nadirkanals, des direkt nach unten blickenden Sensor der HRSC. Für die Farbdarstellungen (direkte Draufsichten; Bilder 1, 3 und 7) wurden die schräg blickenden Farbkanäle der HRSC hinzugezogen. Das Anaglyphenbild (Bild 6), das bei Verwendung einer Rot-Blau- oder einer Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Oberfläche liefert, und die perspektivische Ansichten (Bilder 4, 5 und 8) wurden aus dem Nadirkanal und den Stereokanälen berechnet. Für die Darstellung im Internet wurde die Originalauflösung der Bilddaten verringert.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin) geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Instituten und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof in Zusammenarbeit mit ESA/ESOC betrieben. Die systematische Prozessierung der HRSC-Daten erfolgt am DLR. Die hier gezeigten Darstellungen wurden von der PI-Gruppe am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt. Der Film wurde vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin errechnet.


 

Ansprechpartner:

Dr. Ralf Jaumann
Experimentmanager der Stereokamera HRSC
am DLR-Institut für Planetenforschung, Berlin-Adlershof
Tel.: 030 / 67055-400/-401
Fax: 030 / 67055-402
Mail: Ralf Jaumann

Ulrich Köhler
DLR-Institut für Planetenforschung, Berlin-Adlershof
Tel.: 030 / 67055-215
Fax: 030 / 67055-402
Mail: Ulrich Koehler

Elke Heinemann
DLR Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Online-Redaktion Köln
Tel.: 02203 / 601-2867
Fax: 02203 / 601-3249
Mail: Elke Heinemann  

 


 
 
Autor: Ulrich Köhler WWW-Bearbeiter: Dennis Reiß  
Letzte Änderung: Friday, 10-Jun-2005 13:54:08 CEST