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PIA-01639, 13. Oktober 1998
Gewittersturm nordwestlich vom Großen Roten Fleck
Diese Falschfarbenaufnahme eines Wirbelsturms 10000 Kilometer nordwestlich vom Großen Roten Fleck auf Jupiter wurde von der NASA-Raumsonde Galileo am 26. Juni 1996 aufgenommen. Die weiße Wolke im Zentrum ist eine große, dicke Wolke mit einem Durchmesser von 1000 Kilometern; sie liegt 25 Kilometer höher als die meisten der umliegenden Wolken. Die Wolkenbasis erstreckt ich nach links und erscheint rot in dieser Darstellung. Die rote Farbe weist darauf hin, daß die Wolken sehr tief in die Atmosphäre hineinreichen, rund 50 Kilometer unter die umgebenden Wolken. Die meisten erkennbaren Streifen und Merkmale in den Jupiterwolken stammen von mehr oder weniger dicken Ammoniakwolken, die sich bei einem Umgebungsluftdruck bilden, der geringfügig unter dem irdischen Luftdruck auf Meereshöhe liegt. Auf Jupiter ist Wasser die einzige Substanz, die Wolken in einer Tiefe bilden kann, in der der fünffache irdische Luftdruck herrscht. Die Unterseite des hier gezeigten Gewittersturms liegt so tief, daß daher nur Wasserwolken dafür in Frage kommen.
Bereits im Jahre 1979 sahen die Voyagersonden der NASA vergleichbare Wolken nahe am Großen Roten Fleck. Sie entstanden in Abständen von rund zehn Tagen und existierten dann einige Tage lang. Die Voyager-Kameras waren aber nicht in der Lage, die relative Höhe des Sturms zu bestimmen. Es wird angenommen, daß dieser Sturm große Ähnlichkeit zu irdischen Gewitterstürmen hat; der hochliegende, helle, weiße Teil wäre dann mit der bekannten "Amboß-Form" von irdischen Wolken vergleichbar. Ob Regen oder Schnee aus den Jupiterwolken fällt, ist unbekannt, aber es gibt Hinweise, daß in vergleichbaren Stürmen auf Jupiter Blitze auftreten. Der dramatischste Unterschied zwischen diesem Sturmgebiet auf Jupiter und typischen Gewitterstürmen auf der Erde ist der Maßstab. Der Amboß dieses Jupitersturms ist rund 1000 Kilometer groß und 75 Kilometer hoch. Auf der Erde messen die größten Ambosse 200 Kilometer im Durchmesser und sind 18 Kilometer hoch.
Je nach Wellenlänge kann Licht unterschiedlich tief in die Jupiteratmosphäre eindringen, bevor es von Wolken reflektiert wird. In diesem Bild wurden Daten des 756-Nanometer (nm)-Filters auf den Rotkanal gelegt. Bei 756 nm sind die Gase in Jupiters Atmosphäre vergleichsweise lichtdurchlässig, und das Licht kann tief in die Atmosphäre eindringen. Daten des 889-nm-Filters wurden für den Blaukanal verwendet, Daten des 727-nm-Filters für den Grünkanal. Bei diesen Wellenlängen absorbieren die Gase in der Jupiteratmosphäre das Licht sehr stark, so daß nur hochliegende Wolken dieses Licht reflektieren können. Blau und grün erscheinende Gebiete stellen also höherliegende Wolken dar, während rötliche Gebiete tiefer- und ebenfalls höherliegende Wolken zeigen.
Norden ist im Bild oben; die Aufnahme wurde aus 1,75 Millionen Kilometern Entfernung von der SSI (Solid State Imaging) Kamera der Galileosonde gewonnen. Das Bild deckt ein Gebiet von ca. (9000 x 7000) Kilometern ab.
PIA-01639, October 13, 1998
Water Cloud Thunderstorm Northwest of Great Red Spot
This false-color picture of a convective thunderstorm 10,000 kilometers
(6,218 miles) northwest of Jupiter's Great Red Spot was obtained by NASA's
Galileo spacecraft on June 26, 1996. The white cloud in the center is a
tall, thick cloud 1,000 kilometers (620 miles) across, standing 25
kilometers (15 miles) higher than most of the surrounding clouds. Its base
extends off to the left and appears red in this representation. This red
color indicates that the cloud base is very deep in the atmosphere, about
50 kilometers (30 miles) below the surrounding clouds. Most of the wisps
and features in Jupiter's clouds are thick and thin ammonia clouds, forming
at a pressure just less than Earth's sea level pressure. On Jupiter, water
is the only substance to form a cloud at a depth where the pressure is
about five times the Earth's sea level pressure. The red base of this
thunderstorm is so deep that it can only be a water cloud.
In 1979 NASA's Voyager spacecraft saw convective clouds of this type near
the Great Red Spot. They erupted like this roughly once every 10 days and
lasted a few days each. But Voyager's cameras could not allow the
determination of the storms' altitude. It is thought that this storm is
analogous to an Earth thunderstorm, with the cloud's high, bright, white
portion comparable to the familiar anvil cloud on Earth. Whether any rain
or snow is falling below this cloud is unknown, but there are indications
that similar storms on Jupiter have lightning in them. The most dramatic
difference between this storm and typical thunderstorms on Earth is the
scale. The anvil of this storm is 1,000 km (620 miles) across and 75 km (46
miles) high. On Earth, the largest anvils are 200 km (124 miles) across
and 18 km (11 miles) high.
Light at different wavelengths penetrates to different depths in Jupiter's
atmosphere before being reflected by clouds. In this image, red represents
data taken with the 756 nanometer (nm) filter, where Jupiter's atmospheric
gases are mostly transparent and the light penetrates deeply. Blue and
green represent data taken with the 889 and 727 nm filters, respectively,
where the gases in Jupiter's atmosphere absorb strongly, so only high clouds
can reflect the light. Thus, the blue and green areas depict higher clouds,
while the red areas show deep clouds as well as higher clouds.
North is to the top of the picture, which was taken at a distance of 1.75
million kilometers (1.09 million miles) by Galileo's onboard solid state
imaging camera system. The image covers an area approximately 9,000 by
7,000 kilometers (5,580 by 4,340 miles).
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