Zu unserem Sonnensystem gehört eine Vielzahl unterschiedlicher Körper,
die von Ansammlungen aus Staub und gefrorenem Wasser bis hin zu gigantischen
Gasbällen
reichen, die einen bis zu elfmal größeren Durchmesser als die Erde
haben.
Alle Planeten umlaufen die Sonne in der gleichen Richtung und ihre Umlaufbahnen liegen alle in der gleichen Ebene. Diese Ebene der Planetenbewegung entspricht dem Äquator der Sonnenrotation. Die Achsen der Planeten weichen nur wenige Grad aus der Senkrechten zu dieser Ebene ab, mit Ausnahme von Uranus und Pluto, deren Achsen in dieser Ebene liegen.
Der Zwergplanet Pluto ist so weit von der Sonne entfernt, dass eine Umrundung
248 Jahre dauert. Merkur als der innerste Planet benötigt dafür nur
88 Tage. Kleine Körper haben häufig elliptische Bahnen. Kometen beispielsweise
bewegen sich über die Jupiterbahn hinaus und kehren bis dicht an die Sonne
zurück. So kehrt der Komet Halley alle 78 Jahre in das innere Sonnensystem
zurück. Wenn die Erde auf ihrer Bahn in Regionen kommt, durch die ein Komet
gezogen ist, treten periodische Meteorschauer auf. Diese sind ein spektakuläres
Beispiel für die Bahnbewegung im Sonnensystem.
In Abhängigkeit von der Entfernung zur Sonne zeigt sich ein deutlicher Trend
in der jeweiligen Masse und Zusammensetzung der einzelnen Planeten. Die terrestrischen
Planeten (Merkur, Venus, Erde und Mars) im inneren Sonnensystem haben eine
vergleichsweise geringe Masse und bestehen vorwiegend aus silikatischen Gesteinen
und Metallen. Die großen Planeten des äußeren Sonnensystems
(Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) haben im Gegensatz dazu eine viel größere
Masse und bestehen vor allem aus Gasen (hauptsächlich Wasserstoff und Helium)
und haben Monde, die zumeist aus Eis bestehen. Einige dieser Substanzen (wie
Wasser, Methan, Ammoniak oder Stickstoff) kondensieren bei niedrigen Temperaturen,
andere (wie Wasserstoff und Helium) bleiben unter fast allen natürlichen
Bedingungen gasförmig.
Die Planeten unseres Sonnensystems haben zusammen über 145 Monde,
die unterschiedliche Größen haben, von kleinen Trümmern bis hin
zu Monden, die größer sind als der Erdmond. Viele Monde wurden erst
durch Raumsonden entdeckt. Einige von ihnen besitzen eine Atmosphäre (Saturnmond
Titan), andere haben ein Magnetfeld (Jupitermond Ganymed). Der Jupitermond Io ist
der geologisch aktivste Körper im ganzen Sonnensystem. Unter der gefrorenen
Kruste des Jupitermondes Europa vermutet man einen Ozean und Bilder vom
Jupitermond Ganymed zeugen von Bewegungen der Eiskruste. Andere Monde wie der
Saturnmond Phoebe oder die beiden Marsmonde Phobos und Deimos sind
vielleicht von der Anziehungskraft der Planeten eingefangene Asteroiden.
Aktuelle Theorien zur Entstehung unseres Sonnensystems basieren alle auf
der allgemein akzeptierten Vorstellung, dass die Sonne und die Planeten nahezu
gleichzeitig aus einem protostellaren Nebel vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden.
Dieser Nebel entstand durch den Kollaps einer interstellaren Staubwolke. Die
Kombination von gravitativer Anziehung zwischen den einzelnen Teilchen, das durch
den Kollaps erzeugte Drehmoment und andere Kräfte führten zu der heutigen
Anordnung und Bewegung innerhalb des Sonnensystems. Die beobachtete Zusammensetzung
der Planeten lässt annehmen, dass die Planetenentstehung von der Akkretion
fester Teilchen dominiert war. Die innneren vier terrestrischen Planeten entstanden
direkt durch den Prozess der Akkretion, beginnend mit Silikat- und metallischen
Staubteilchen in einer Region, in der aufgrund der Temperatur Eispartikel lange
nicht vorkamen. Im äußeren Sonnensystem dagegen kondensierten die
leichteren Elemente zu Eis. Daraus bildeten sich feste Körper, die heute
die festen eisreichen Kerne der äußeren Planeten bilden. Bei Jupiter
und Saturn haben die massiven Kerne viel des ursprünglichen interstellaren
Gases eingefangen und die heute zu beobachtende Atmosphäre ausgebildet.
Die aktuellen Theorien sagen aber auch, dass die Entstehung des Sonnensystems
nicht einzigartig oder besonders bemerkenswert ist. Ähnliche Bedingungen
finden wir auch bei Sternen, die gerade im Entstehen sind. Inzwischen kennen
wir über 300 extrasolare Sonnensysteme mit Planeten und die ständig
verbesserten Beobachtungsmethoden werden zur Entdeckung unzähliger weiterer
Planetensysteme führen.

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