DLR  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Berlin-Adlershof

Berlin-Adlershof - eine Wiege der Luftfahrtforschung

Auf Empfehlung des Grafen von Zeppelin wurde am 20. April 1912 die "Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" (DVL) gegründet, um so den bevorstehenden gesetzlichen Regelungen für den Luftverkehr und der darin vorgesehenen Überwachung der Betriebssicherheit Rechnung zu tragen. Als Standort wählte man den im September 1909 in Betrieb genommenen zweite europäischen Motorflugplatz in Berlin-Johannisthal. Erster Direktor der Versuchsanstalt wurde Dr. Friedrich Bendemann. Da es in Deutschland damals kaum leichte und zuverlässige Flugmotoren gab, ergab sich aus diesem Defizit schnell das erste große Arbeitsfeld der neuen DVL. So entstanden ab 1912 technische Versuchsanlagen wie Motorprüfstände, der Luftschraubenprüfstand, der Schleuderprüfstand, der "Kleine Windkanal", der "Große Windkanal" (JPEG-Bild, 74 KBytes) mit seiner beeindruckenden Halle (JPEG-Bild, 101 KBytes) im Montagegebäde (JPEG-Bild, 57 KBytes) und der Trudelwindkanal (JPEG-Bild, 65 KBytes). Ab 1922 kamen Musterprüfungen von Luftfahrzeugen hinzu. Die Forschungsarbeiten beinhalteten jetzt den Flugzeug- und Motorenbau, aber auch Fragen der Ausrüstung und der Navigation. Schon 1928 war der Personalbestand bereits auf 543 Mitarbeiter angewachsen.

DVL - Gelände
DVL-Gelände Anfang 1932, Wandgemälde (JPEG-Bild, 126 KBytes)

Über die in den späten dreißiger Jahren erzielten Arbeitsergebnisse heißt es in einem Bericht des damaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Seewald aus dem Jahr 1942 unter anderem, die DVL habe vor allem alle mit dem Höheflug und der Schaffung von Höhenflugzeugen zusammenhängenden Fragen vorangetrieben und der Luftfahrtindustrie in Gestalt von Abgasturboladern, Höhenkammerausrüstungen, Leichtmetallkühlern und sonstigen fabrikationsreifen Eigenentwicklungen zur Verfügung gestellt. Neben Arbeiten auf dem Materialforschungssektor habe die DVL auf dem Gebiet der Aerodynamik wichtige für die Entwicklung von Schnellflugzeugen erforderliche Erkenntnisse durch ihre Arbeiten im Hochgeschwindigkeitswindkanal (JPEG-Bild, 137 KBytes) geben können. Schließlich sei auf dem Gebiet der Motorentechnik die Verwirklichung eines schiebergesteuerten Flugmotors zu nennen. Weitere Aktivitäten lagen im Bereich der Funknavigation.

DVL - Einrichtungen
DVL-Einrichtungen (von links): Großer Windkanal, Trudelwindkanal, Montagegebäude, Kühlwasseranlage, Motorenprüfstand (JPEG-Bild, 55 KBytes)

Am 19. April 1945 stellte die DVL in Berlin-Adlershof aufgrund des Heranrückens militärischer Kampfverbände ihre Tätigkeit ein. Die Anlagen in Adlershof wurden zu großen Teilen von den Sowjets abgebaut und in die UdSSR verbracht oder zerstört.

DVL - Gebäde
Werkstattgebäude (links) und Werfthalle (rechts) der DVL (JPEG-Bild, 113 KBytes)

Auf dem Gelände der DVL siedelten sich in den fünfziger Jahren Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR an. Der Beitritt der DDR zum mehrseitigen Abkommen Interkosmos 1972 und die Tätigkeiten auf dem Gebiet der Raumfahrt erforderten die Gründung des Instituts für Kosmosforschung im Jahre 1981.

DLR-Standort Berlin-Adlershof
DLR-Standort Berlin-Adlershof (JPEG-Bild, 126 KBytes)

Aufgrund der Empfehlungen des Wissenschaftsrates wurde im Januar 1992 der DLR-Standort Berlin-Adlershof gegründet und das DLR kehrte an seine Wiege zurück. Damit konnten die Arbeiten auf dem Gebiet der Weltraumsensorik weitergeführt und mit den Aktivitäten des DLR auf dem Gebiet der Planetenerkundung synergetisch zusammengefaßt werden. Gleichzeitig wurde eine Weiterführung der Kooperation mit den Staaten des ehemaligen Ostblocks ermöglicht.

Das hier in Berlin-Adlershof angesiedelte Institut für Planetenforschung leistet Beiträge zur Erdfernerkundung, zur Entwicklung passiver Sensorsysteme und zur Planetenerkundung. Dies geschieht mit den Mitteln der optischen Fernerkundung von Satelliten und Flugzeugen aus.


Autor: Karla Wittenstein, René Laufer, WWW-Bearbeiter: René Laufer
Letzte Änderung: Thursday, 05-Aug-2004 14:02:26 CEST
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